Wenn die medikamentöse Therapie oder interventionelle Eingriffe (Ballondilatationen, Stenteinlagen) nicht den gewünschten therapeutischen Erfolg haben, kann eine Bypassoperation durchgeführt werden. Dabei wird nach dem Prinzip eines Umgehungskreislaufes die Engstelle entweder mit einer Vene oder einer Arterie überbrückt. Das Albertinen-Herzzentrum führt etwa 850 Bypassoperationen pro Jahr durch. Dabei werden ca. 90 % aller Patienten ausschließlich mit arteriellen Bypässen versorgt. Diese sind den venösen Bypässen durch eine längere Haltbarkeit deutlich überlegen.
In etwa 35% der reinen Bypassoperationen kann auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Diese sogenannte "Off-Pump-Technik" ist das für die Patienten schonendere Verfahren, was insbesondere bei Patienten mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen von besonderer Bedeutung ist.
Durchführung
Eine Operation kann je nach Schweregrad der Erkrankung geplant oder auch als Notfall durchgeführt werden. In der Regel werden Sie und Ihr Hausarzt etwa acht bis vierzehn Tage vor der geplanten Operation über den Aufnahmetermin schriftlich informiert. Am Aufnahmetag werden eventuell noch fehlende Untersuchungen sowie Laboruntersuchungen durchgeführt. Nach der Aufnahmeuntersuchung durch einen der Stationsärzte werden Sie vom Pflegeteam für die Operation vorbereitet und ausführlich über den geplanten Ablauf informiert.
Meistens findet die geplante Operation am Tag nach der Aufnahme im Krankenhaus statt. Da jedoch auch viele Notfallpatienten im Albertinen-Herzzentrum operiert werden, kann sich der Termin manchmal um einen Tag verzögern.
Am Tag vor der Operation finden ausführliche Aufklärungsgespräche mit den Chirurgen und den Anästhesisten über die geplante Operation und Narkose statt.
Am Operationstag erhalten Sie etwa eine Stunde, bevor Sie in den Operationssaal gebracht werden, Tabletten, von denen Sie schon sehr müde werden. Sie werden dann mit dem Bett zum OP gefahren und dort vom Anästhesie-Team in Empfang genommen.
Nach der Operation
In der Regel verbringen Sie ein bis zwei Tage auf der herzchirurgischen Intensivstation. Danach werden Sie auf die Intermediate Care Einheit oder die Normalstation A2 verlegt. Der gesamte Krankenhausaufenthalt dauert etwa 8 bis 10 Tage. Entscheidend für einen guten Verlauf ist Ihre Mitarbeit bei der Mobilisation. Unser Ziel ist es, Ihnen möglichst schnell wieder zur Selbstständigkeit zu verhelfen, ohne Sie dabei zu überfordern. Dazu dient auch eine gute Koordination Ihres sich anschließenden Rehabilitationsaufenthaltes. Dieser wird bei uns schon bei der Aufnahme mit Ihnen und Ihren Angehörigen geplant. Um eine lückenlose Versorgung auch nach dem Krankenhausaufenthalt zu gewährleisten, bietet das Albertinen-Herzzentrum die integrierte Versorgung für viele Patienten an. Informieren Sie sich schon im Vorfeld Ihres Aufenthaltes über diese Möglichkeiten bei Ihrer Krankenkasse.