Bei vielen Herzeingriffen ist auch heute noch die Verwendung der Herz-Lungen-Maschine erforderlich. Im Albertinen-Krankenhaus stehen fünf Maschinen der neuesten Generation zur Verfügung, die von Kardiotechnikern/-innen bedient werden. Bei Eingriffen am ruhenden und eröffneten Herzen kann die Pumpfunktion des Herzens durch Rollenpumpen oder Zentrifugalpumpen und die Lungenfunktion durch den Einsatz eines Oxygenators für mehrere Stunden ersetzt werden. Bei Kontakt des Blutes mit den Fremdoberflächen der Herz-Lungen-Maschine (Kunststoffschläuche, venöses Reservoir und Oxygenator) kommt es zur ausgeprägten Aktivierung des Gerinnungssystems, welches eine temporäre, hochdosierte Antikoagulation, in der Regel mit unfraktioniertem Heparin, notwendig macht. Außerdem kommt es zu einer Verminderung der Thrombozytenzahl und deren Funktion. Dies wiederum kann zu perioperativen Blutungsproblemen und erhöhtem Fremdblutbedarf führen. Im Albertinen-Krankenhaus stehen alle modernen technischen Geräte zur Einsparung von Fremdblut zur Verfügung.
Bei der präoperativen Eigenblutspende wird dem Patienten im wöchentlichen Abstand jeweils ca. 500 ml Blut abgenommen, welches als Erythrozytenkonzentrate und tiefgefrorenes Plasma am Operationstag für den Patienten bereitgestellt wird.
Bei der Hämodilution wird dem Patienten nach Heparinisierung und Anschluss der Herz-Lungen-Maschine 500 bis 1000 ml Blut entnommen, welches nach Beendigung der extrakorporalen Zirkulation dem Patienten retransfundiert wird. Im Gegensatz zur Eigenblutspende können die für eine gute Blutgerinnung erforderlichen Thrombozyten und alle Gerinnungsfaktoren in ihrer normalen Konzentration mit dieser Methode erhalten werden.
Das während der extrakorporalen Zirkulation im Operationsgebiet anfallende Blut wird ohnehin dem Patienten über die Herz-Lungen-Maschine zurückgeführt.
Durch Infusion von Aprotinin oder Tranexamsäure während der extrakorporalen Zirkulation kann der postoperative Blutverlust signifikant gesenkt werden.
Im Anschluss an den Eingriff kann durch eine engmaschige Gerinnungsüberwachung sowie den Einsatz von Cellsaver, Retransfusion von Drainagenblut und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung von Gerinnungsstörungen die Transfusion von Fremdblut in den meisten Fällen vermieden werden.
Bei Koronareingriffen ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine besteht ein geringeres Blutungsrisiko und Fremdblut gaben sind nur selten erforderlich.